Gesunde Kommunikation

Gelingende Kommunikation trägt wesentlich zu unserem Wohlbefinden bei.

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) bietet ein Erfolgsrezept dafür.
Welche Inhaltsstoffe machen dieses Rezept so wirksam?

Rp.
Aufrichtigkeit
Empathie
Selbstverantwortung
wohlwollende Zuwendung

einzunehmen 1-10x tägl.

Die Gewaltfreie Kommunikation wurde in den späten 1960er bis in die 1990er Jahre hinein von dem amerikanischen Psychologen Dr. Marshall B. Rosenberg PhD entwickelt. Sie ist in allen Lebenszusammenhängen hilfreich, in denen Menschen miteinander zu tun haben: im Umgang mit sich selbst, in Familie und Partnerschaft, im Gesundheitswesen, in Organisationen, in Unternehmen und in der Gesellschaftspolitik. 

Grundlage und Ziel der Gewaltfreien Kommunikation ist eine Haltung, die von den Wirkstoffen Aufrichtigkeit, Empathie, Selbstverantwortung und von wohlwollender Zuwendung geprägt ist. Auf der methodischen Ebene entsteht durch den zielgerichteten Wechsel von Sach- und Beziehungsebene ein dynamischer Kommunikationsprozess, der ein konstruktives Miteinander und die Entwicklung zufriedenstellender Lösungen zwischen den Beteiligten unterstützt.

Statt zu fragen: „Wer hat recht? Was ist richtig? Was ist falsch?“ erforschen wir  „Was sind die aktuellen Bedürfnisse der Beteiligten und wie können sie berücksichtigt werden?“. 

Diese Ausrichtung macht es leichter, offen und aufmerksam zuzuhören und sich aufrichtig und wertschätzend mitzuteilen. So können auch in Konfliktsituationen verständnisvolle Beziehungen aufrechterhalten werden.

Die Gewaltfreie Kommunikation stärkt und fördert Selbstvertrauen und Selbstverantwortung, Konfliktfähigkeit, gegenseitige Wertschätzung und Win-win-Lösungen.
Sie wurde bereits 2002 von der UN als „best practice“ für gewaltfreie Konfliktlösung in Schulen gelistet, gilt laut Umfrage des Verlags ManagerSeminare als eines der Top-Denkmodelle für Businesstrainer und 2016 von Microsoft-Vorsitzende Satya Nadella als Lektüre für alle seine Führungskräfte empfohlen.

 

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Gewaltfreie Kommunikation im beruflichen Kontext

Von der Konfrontation zur Kooperation

Gedanken von Dr. med. Irmtraud Kauschat

Wo Menschen zusammen arbeiten, kommt es immer wieder zu Konflikten. Wenn sie nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden, sinkt die Arbeitsproduktivität, denn wenn jemand darüber nachdenkt, wie er es heimzahlen, sich rächen kann, arbeitet er nicht konzentriert. Das kann bis zu Mobbing gehen, unter dem eine ganze Abteilung leiden kann. Eine solche Situation absorbiert die Energie aller Beteiligten, kostet also das Unternehmen viel Geld.

Wie kann die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) Abhilfe schaffen?

Die GFK basiert im Wesentlichen auf der Beobachtung, dass nicht erfüllte Bedürfnisse der Motor für unsere Handlungen sind. Zu den Bedürfnissen, die in der Arbeitswelt besonders häufig zu Konflikten führen, gehören: Wertschätzung, Unterstützung, Begeisterung, Kreativität und Selbständigkeit.

Wie arbeiten wir in der Gewaltfreien Kommunikation?

Wir üben, Äußerungen von anderen nicht persönlich zu nehmen, sondern sie als Ausdruck ihrer unerfüllten Bedürfnisse z.B. nach Wertschätzung oder Unterstützung zu hören.

Dadurch bauen wir (bestehende) Feindbilder ab und kommen zu kooperativem Verhalten und einer harmonischen Atmosphäre.

Wir trainieren, wertende Äußerungen durch wertfreie Beobachtungen und das Benennen von Bedürfnissen zu ersetzen. Damit können wir Konflikten vorbeugen, weil Vorwürfe vermieden werden.

Wir üben Kritik und Ärger konstruktiv zu äußern, damit die Bedürfnisse beider Konfliktparteien möglichst schnell erfüllt werden und die Energie wieder auf die Arbeit gerichtet werden kann. Wenn auf diese Weise Konfrontationen abnehmen, wird das Arbeitsklima harmonischer und die Beschäftigten werden motivierter arbeiten. Die Effizienz wird steigen, weil die Beschäftigten sich auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Eine weitere Steigerung der Effizienz ist möglich, wenn wir trainieren, dass in Besprechungen konkrete Bitten geäußert werden, nachdem ein Punkt vorgetragen wurde, z.B.: 

„Würden Sie mir bitte sagen, was bei Ihnen gerade angekommen ist?“

„Es handelt sich um eine reine Information. Ich brauche keinen Austausch dazu.“

„Dies war ein Diskussionsbeitrag, ich möchte von XY eine Antwort haben.“

(Hier kann man auch trainieren gewaltfrei zu unterbrechen, wenn sich die Antwort nicht auf das Thema bezieht.)

 

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